Digitale Zertifikate sind ein "elektronischer Ausweis", mit dem die Identität eines Dienstanbieters (z.B. eines Servers) bestätigt wird. Zertifikate werden benötigt, um verschlüsselte Online-Verbindungen aufzubauen. Diese erkennt man z.B. an "https://..." in einer Web-Adresse oder am Zusatz "mit SSL" bei einer E-Mail oder News-Verbindung per Mail/News-Programm.
Damit bieten wir eine möglichst sichere Privatsphäre für Personen und Organisationen im Internet, die alle unsere Dienste wie E-Mail, News und Intraweb umfasst. "Sichere Privatsphäre" ist dabei nicht als "Geheimniskrämerei" zu verstehen, sondern als demokratisches Grundrecht (Grundgesetz, Artikel 10: "Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich"). Auch in elektronischen Medien ist Privatsphäre die Voraussetzung für jede vertrauensvolle und ungestörte zwischenmenschliche Kommunikation!
Zertifikate werden von einer anderen Person oder einer international anerkannten "Zeritifizierungsstelle" elektronisch unterzeichnet (signiert), um die Identität des Zertifikatsinhabers sicherzustellen. Firmen, die Zertifizerungen ausstellen, sind z.B. Thawte oder Verisign. Zertifikate haben immer eine zeitlich begrenzte Gültigkeit. Firefox und andere Browser haben eine Reihe von sogenannten Stammzertifikaten von Verisign und anderen Firmen bereits vorinstalliert. D.h. alle Zertifikate, die mit einem Stammzertifikat signiert sind, werden vom Browser als vertrauenswürdig akzeptiert.
Kommerziell signierte Zertifikate sind teuer. Daher verwendet der GAIA e.V. seit dem 01.07.2013 Zertifikate von
CAcert. CAcert ist eine gemeinschaftsbetriebene, nichtkommerzielle Zertifizierungsstelle (Certification Authority, Root-CA oder kurz CA), die kostenfrei Zertifikate für verschiedene Einsatzgebiete ausstellt. Mit CAcert gibt es eine kostenfreie Alternative zu den kommerziellen Zertifikaten. Die früheren selbst signierten Zertifikate des Gaia e.V. sind seit dem 30.06.2013 nicht mehr gültig.
Beim Signieren mit dem CAcert-Zertifikat kommt es zu einem (kleinen) Problem: Gängige Software wie Browser und Mailreader kennen nur die grossen, kommerziellen und international tätigen Zertifizierungsstellen. Ein Aussteller/Herausgeber "CACert" ist den Programmen zunächst nicht bekannt. Es kommt daher zu einer Warnmeldung, daß ein Zertifikat vorgelegt wird, das nicht von einer anerkannten Stelle signiert wurde. Diese Warnung beim ersten Aufruf verschwindet, sobald Sie das CAcert-Zertifikat als "vertrauenswürdig" akzeptieren und dauerhaft abspeichern. Sie sind danach genau so gültig oder echt wie diejenigen Zertifikate, die von einer "anerkannten Zertifizierungsstelle" signiert sind.
Manuell können Sie sich alle Zertifkate auf der Website von
CAcert herunterladen. Dort können Sie, sofern Sie einen der unter "Windows Installer" angeführten Browser (z.B. Internet Explorer, Chrome) nutzen, das "Windows Installationspaket" herunterladen und ausführen. Falls Sie einen anderen Browser nutzen, z.B. Mozilla Firefox, müssen Sie das richtige Zertifikat manuell installieren: "Zwischenzertifikat Klasse 3 PKI (PEM Format)". Oder Sie können das Zertifikat weiter
unten auf der Seite downloaden.
Eine ausführliche Hilfe zum beschriebenen Problem finden Sie in unserem
Hilfewiki.
Die genannten Methoden sichern die Datenverbindung zwischen den gaia.de Servern und dem Rechner eines Endkunden, für die Zeit der Online-Verbindung. Damit ist noch nichts über den eigentlichen Inhalt einer Nachricht, z.B. einer E-Mail, gesagt! Um eine Nachricht vom Zeitpunkt der Herstellung an (also beim Schreiben auf einem PC) zu verschlüsseln (d.h. mit einem Umschlag zu versehen), müssen Sie entsprechende Verfahren zur Verschlüsselung der Mail einsetzen. Vereinfacht gesagt: Zertifikate sorgen dafür, daß ihre Nachrichten "in einem gepanzerten Transporter und ohne Sichtscheiben durchs Internet" wandern. E-Mail-Verschlüsselung dagegen sorgt dafür, dass jede Nachrichten schon vorher mit einem absolut eindeutigen und völlig dichten Umschlag versehen wurde, den nur der Empfänger selber öffnen kann. Auch wenn jemand den Transporter aufbrechen würde, alle Nachrichten darin wären für den Dieb wertlos!